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/Snippet/ Warum ich keine Rassistin bin


Einigen meiner Leser ist mein thematischer Umgang mit Migranten und dem Islam unangenehm. Der Rassismusverdacht schwebt ein bisschen im Raum. Kann ich verstehen, wir sind ja alle so geprägt – es ist aber trotzdem nicht gerechtfertigt.

Mal abgesehen davon, dass ich 1) selbst Migrationshintergrund habe, 2) mein Freund Inder ist und ich 3) exakt dieses Phänomen bereits in meinen Texten behandelt und argumentativ zu untergraben versucht habe, möchte ich an dieser Stelle noch einmal auf die Bedeutung des Wortes “Rassismus” eingehen. Wikipedia sagt:

“Rassismus ist eine Ideologie, die ‘Rasse’ in der biologistischen Bedeutung als grundsätzlichen bestimmenden Faktor menschlicher Fähigkeiten und Eigenschaften deutet.”

Daraus folgt:

  • Indem ich die ethnische Herkunft einer Person bei der Beurteilung seiner Handlung mit berücksichtige, bin ich rassistisch.
  • Jede Extrabehandlung – oder Diskriminierung – aufgrund von ethnischer Zugehörigkeit ist rassistisch.
  • Rassismus ist nicht, wenn man Tatsachen über eine Volksgruppe ausspricht, sondern wenn man die Tatsachen der Volksgruppe entsprechend anpasst.
  • Appelliere ich wie in meinen Texten also für eine Behandlung von Tatsachen jenseits der Volkszugehörigkeit und für einen Fokus auf das Individuum, bin ich alles andere als rassistisch.

Es wird oft fälschlicher Weise angenommen, dass man, wenn man etwas kritisiert, automatisch das andere Extrem vertritt. Zum Beispiel, wenn ich anspreche, dass bestimmte Migrantengruppen im Durchschnitt weniger gebildet und im Durchschnitt krimineller sind als der Bundesdurchschnitt. Dann meine ich genau das, und nicht etwa “alle Deutschen sind gebildet und kein Deutscher ist kriminell” oder auch “alle Migranten sind ungebildete Kriminelle”. Einfach bei den Tatsachen bleiben…:)

6 Comments on /Snippet/ Warum ich keine Rassistin bin

  1. Martin Ha // 24/10/2012 at 15:03 // Reply

    Rassistisch wäre es, diese Statistiken kausal auf die biologische Herkunft zurückzuführen. Nicht rassistisch ist es, die Statistik kausal auf die sozialen Herkunft und Sozialisierung zurückzuführen.
    Und der erste Absatz ist leider für das Argument völlig irrelevant und klingt zu sehr nach dem alten “Einige meiner besten Freunde sind…”-Argument.

    • Anna Klissouras // 24/10/2012 at 15:27 // Reply

      “Rassistisch wäre es, diese Statistiken kausal auf die biologische Herkunft zurückzuführen. Nicht rassistisch ist es, die Statistik kausal auf die sozialen Herkunft und Sozialisierung zurückzuführen.”

      Nicht ganz. Du sortierst ja schon vor, indem Du Ergebnisse ausschließt. Es geht rein um statistische Signifikanz. Man klopft alle vorhandenen quantitativen Daten ab und zieht daraus seine Schlussfolgerungen. Da kann theoretisch auch ein Zusammenhang zwischen “Rasse” und Verhalten herauskommen. Allerdings entspricht das nicht meiner Meinung und auch nicht der Aussage meiner Texte. Insofern gebe ich Dir inhaltlich recht.

      “Und der erste Absatz ist leider für das Argument völlig irrelevant und klingt zu sehr nach dem alten “Einige meiner besten Freunde sind…”-Argument.”

      Müssen jetzt alle Einleitungen, Übergangsabsätze und Schlussworte relevant für das Argument sein? Mir ist schon klar, dass zwischen meiner Leserschaft und dem Argument kein kausaler Zusammenhang besteht – muss auch nicht. Ich versteh auch gar nicht was das “einige meiner besten Freunde”-Argument sein soll – meinst Du Leute, die ihre Freunde für statistisch repräsentativ halten oder sich selbst vor irgend etwas verstecken?

      • Martin Ha // 24/10/2012 at 15:47 //

        “Nicht ganz. Du sortierst ja schon vor, indem Du Ergebnisse ausschließt.”
        Ich schließe nichts von vorne herreinaus, ruhe diese Aussage aber auf über 100 Jahren wissenschaftlicher Forschung in der Biologie und Medizin. Mal ganz abgesehen davon dass der Begriff “Rasse” biologisch eh nicht richtig definiert ist, und die menschlichen Populationen genetisch extrem eng verwandt sind, wesewegen eine Klassifikation eh kaum möglich ist (Und wenn mans versucht sind z.B. 5 von 6 Populationen in Afrika).

        “Ich versteh auch gar nicht was das “einige meiner besten Freunde”-Argument sein soll”
        Habe ich sicherlich unglücklich formuliert. Ich meinte, dass einen weder die eigene Herkunft, noch der eigene Freundeskreis einen von Rassismus oder andern Argumenten absolutieren.

        Ich bezog mich konkret auf z.B. Politiker in den Staaten (oder auch anderswo) Die ein Antihomoehe-Gesetz rausbringen und dann behaupten ‘Ich habe nichts gegen Schwule, einige meiner besten Freunde sind schwul’, als ob das Ihre Intention absolutieren würde.

  2. Anna Klissouras // 24/10/2012 at 15:58 // Reply

    Hast Recht. Gleichzeitig muss man Phänomene ja noch beschreiben können, ohne die Begrifflichkeit zu lange klären zu müssen. Man könnte es vielleicht korrekter Volksgruppen-Diskriminierung nennen. Oder wie? Am Ende zählt die Intention.

    Aber Du musst doch zugeben, dass es etwas schwierig ist, sich einen halbgriechischen Nazi mit braunem Lebensgefährten vorzustellen oder? Naja gut, es geht alles, aber sagen wir es ist unwahrscheinlicher.

    • Martin Ha // 24/10/2012 at 16:03 // Reply

      Naja, in Griechenland sind Nazis ja gerade schwer im Trend😉
      Im Endeffekt ist Rassismus schon das richtige Wort, da jeder weiß was gemeint ist, auch wenns halt Rassen nicht gibt.

  3. rechte und linke nazis wohlgemerkt (in griechenland) … beide sind ja nazis (bzw. oeko-sozialisten/oeko-christen), was gern von ‘linken’ verdraengt wird, obwohl sie kerninhaltlich gleich sind, nur unteschiedlich ausgeformed.

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